12.04.2019 Feuerwehr war 926 Mal gefordert im letzten Jahr

bild 5Bruchsal. Manchmal kommt es anders als gedacht. Aufgrund eines technischen Defektes im Bürgerzentrum Bruchsal konnte die geplante Hauptversammlung nicht wie geplant im Bürgerzentrum stattfinden. Durch die Flexibilität und das Improvisationstalent der Feuerwehr wurde innerhalb von fünf Stunden die Veranstaltung im gesamten Rahmen in die Fahrzeughalle des Bruchsaler Feuerwehrhauses verlegt. Feuerwehrkommandant Bernd Molitor hieß in der beheizten Fahrzeughalle alle Mitglieder, Ehrengäste und Gäste aus der Feuerwehrfamilie und anderen Hilfsorganisationen herzlich Willkommen.

Sein besonderer Gruß galt der Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, dem Feuerwehrdezernenten und Bürgermeister Andreas Glaser, dem Ehrenmitglied, Bürgermeister a.D. und Landtagsabgeordneten Ulli Hockenberger und den Vertreterinnen und Vertretern des Bruchsaler Gemeinderates.
Die Feuerwehr Bruchsal hatte im vergangenen Jahr 552 Angehörige, 349 in den Einsatzabteilungen, 117 in der Jugendabteilung und 86 Angehörige in den Altersabteilungen. Die Feuerwehr war 2018 bei 926 Einsätzen gefordert. Dies sind 33 Einsätze mehr bzw. 3,7% als im vorherigen Jahr. Bei diesen Einsätzen konnten 52 Personen aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet werden. Für sieben Menschen kam leider jede Hilfe zu spät. Er dankte den anderen Hilfsorganisationen für die gute und reibungslose Zusammenarbeit. Sein Dank und die Anerkennung an alle Feuerwehrangehörige für den aufopferungsvollen und zeitraubenden Dienst. Aber auch den Familien und Partnern ist für deren Unterstützung zu danken ohne die dies nicht zu leisten wäre.
Neben den regelmäßig stattfindenden Ausbildungen besuchten Feuerwehrangehörige 105 Seminare und 93 Lehrgänge auf Unter- und Landkreisebene. Der Übungsbetrieb war 2018 kein normales Jahr. Was ursprünglich als Übung im kleinen Rahmen angedacht war entwickelte sich zu einer Großübung mit landesweiter Wirkung. 800 ehren- und hauptamtliche Einsatzkräfte übten in der Nacht auf den 18. November einen Ernstfall an der Schnellfahrstrecke im Bereich „Rollenbergtunnel“. Er lobte das gute Zusammenwirken der beteiligten Hilfsorganisationen und das Engagement der ehrenamtlichen Kräfte.
Das Fachgebiet Brandschutzerziehung und -aufklärung war bei 74 Veranstaltungen aktiv. Dadurch werden vor allem Kindern, aber auch Erwachsenen, das Verhalten im Brandfall, der richtige Umgang mit Feuer und die Gefahren durch Brandrauch erläutert.
Die Umwelt- und Strahlenschutzgruppe hat im vergangenen Jahr ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Bei etlichen Einsätzen wurden sie gefordert. Für eine fundierte fachliche Einschätzung verfügt die USG über drei Fachberater Chemie.
Im letzten Jahr konnten drei neue LF10 von den Abteilungen Büchenau, Obergrombach und Helmsheim in einer großen Feierstunde im Januar eingeweiht werden. Ebenso ein MTW für die Abteilung Stadt, ein Abrollbehälter Sonderlöschmittel und ein Abrollbehälter Pritsche für den LUF60. Im Rahmen des Bevölkerungsschutzes wurde für Heidelsheim und Untergrombach je eine Netzersatzanlage als Anhänger und ein Kommandowagen beschafft. Molitors dank ging an die Stadt Bruchsal für den Rückhalt und die Zuversicht bei diesen Investitionen.
Zum Abschluss seines Berichtes galt sein Dank der Stadt Bruchsal – stellvertretend an die Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick und Bürgermeister Andreas Glaser, den Fachbereichsleiter Dr. Martin-Peter Oertel und an die Kolleginnen und Kollegen des Sachgebietes Brand- und Katastrophenschutz. An den ehemaligen Kreisbrandmeister Thomas Hauck und den Kreisbrandmeister Jürgen Bordt für die Unterstützung. An seine Stellvertreter, die Abteilungskommandanten und die Mitglieder des Feuerwehrausschusses.
Am 24. Juli war für die Feuerwehr Bruchsal ein besonderer Tag. An diesem Tag erfolgte der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus in Bruchsal. Mit einigen Bildeindrücken veranschaulichte Molitor das aktuelle Voranschreiten der Bauarbeiten.
Letzte Woche fand eine Sitzung der Altersabteilungen statt. Hier stellte der bisherige Obmann der Alterskameraden Josef Rathgeb sein Amt zur Verfügung. Als neuer Altersobmann wurde Ullrich Koukola gewählt. Molitor dankte Josef Rathgeb für sein eingebrachtes Engagement und Ullrich Koukola für die Bereitschaft dieses Amt zu übernehmen.
Jugendwartin Manuela Günter gab in ihrem Bericht zum vergangenen Jahr einen Einblick in die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr. Die 117 Mitglieder unterteilten sich in 103 Jungen und 14 Mädchen. Mit fast doppelt so vielen Aufnahmen wie Austritten konnte die Mitgliederzahl etwas gesteigert werden. Sechs Jugendliche konnten in die aktive Einsatzabteilung übernommen werden. Die Jugendgruppenleiter der sechs Abteilungen werden von 32 Ausbildern und Betreuern unterstützt. Bei der jährlichen Jahreshauptversammlung der Jugendfeuerwehr konnte ein ehemaliges Löschfahrzeug als Übungsfahrzeug für die Jugendfeuerwehr in Empfang genommen werden. In mühevoller Kleinarbeit wurde das Fahrzeug in ein kindertaugliches Übungsfahrzeug umgestaltet. Hierfür ihr Dank für die Umsetzung und die mit viel Liebe zum Detail umgesetzten Arbeiten von Michael Herrmann. Das Fahrzeug war schon einige Male on Tour und die Kinder sind begeistert. Die Jugendfeuerwehr war bei zahlreichen Aktionen über das Jahr verteilt vertreten. Ein Auszug ist zum Beispiel der erste Ferientag beim Tag der offenen Tür der Bereitschaftspolizei, mit Infoständen bei Veranstaltungen und als Abschluss der Kinobesuch im Bruchsaler Kino zu nennen. Was mit der Aktion begann „500 Deckel gegen Polio“ hat mittlerweile ganz große Dimensionen angenommen. Aus zwei bis drei Kisten Deckeln wurden mittlerweile mehrere große Big Bags voll. Unzählige Deckel sind bereits in den Feuerwehrhäusern und Verwaltungsstellen abgegeben worden. Mit einem kleinen Dreh große Hilfe leisten fordert die Jugendfeuerwehr alle Bruchsaler Bürger auf, auch weiterhin die Deckel der leeren Getränkebehälter zu spenden.
Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick überbrachte die Grüße der Stadt Bruchsal. „Vieles wird neu in der Feuerwehr“ deutlich sichtbar durch das gerade neu entstehende Feuerwehrhaus in Bruchsal. Dieses stellt eine gute Basis für zukünftiges Arbeiten mit mehr Platz und einer besseren Infrastruktur zur Verfügung. Hier nochmal ihr Dank an die Firma SEW die dieses Bauprojekt umsetzt. Ein großes Lob ging an die hervorragende Jugendarbeit. Hier werden mit viel Engagement die Weichen für den Feuerwehrnachwuchs gestellt. Bei den zahlreichen Einsätzen dankte sie allen Einsatzkräften, die diese meistern. Aber auch deren Familien und den Arbeitgebern der Einsatzkräfte die das erst ermöglichen. Oberbürgermeisterin Petzold-Schick konnte im Anschluss ihrer Ansprache noch einige städtische Ehrungen durchführen. Für langjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr Bruchsal wurden geehrt:
Für 40 Jahre Martin Kackschies, Viktor Sauer, Jürgen Köhler, Peter Kroll, Robert Speck, Wolfgang Zutavern, Jürgen Riehl, Bernhard Bender, Andreas Butterer, Roland Hannich und Gregor Erdel.
Für 50 Jahre Hans-Dieter Juhl, Werner Baumgartner, Alois Tischler, Robert Gmelin, Herbert Jäger, Waldemar Butterer und Martin Schönherr.
Für 60 Jahre Klaus Müller und Edmund Müller.
Kreisbrandmeister Bordt überbrachte die Grüße des Landratsamtes. Sein Lob galt in Bruchsal der guten Ausbildung und dem Engagement in allen Bereichen. Auch die Durchführung der Großübung im November erwähnte er lobend. Die Organisation und Durchführung der Übung war vorbildlich. Bordt konnte nach seinen Grußworten noch einige Ehrungen des Landes Baden-Württemberg vornehmen. Für aktive Dienstleistung wurden geehrt:
Für 25 Jahre Heiko Berroth, Dr. Olaf Brenneisen, Andreas Diemer, Timo Seemann und Philipp Kotter.
Für 40 Jahre Klaus Huber, Martin Kackschies, Martin Schleicher, Bernhard Bender, Roland Hannich und Ulrich Geißler.
Für 50 Jahre Hans-Dieter Juhl und Herbert Jäger.
Allen geehrten wünscht die Feuerwehr Bruchsal Herzlichen Glückwunsch.
Molitor war eine weitere Ehrung ein besonderes Anliegen. Er dankte dem ehemaligen Ordnungsamtsleiter Gondulf Schneider für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die große Wertschätzung gegenüber dem Ehrenamt. Der Feuerwehrausschuss hat einstimmig beschlossen Gondulf Schneider für sein großes Engagement als Ehrenmitglied auszuzeichnen.
Bei langanhaltenden und kräftezehrenden Einsätzen sind gute Feuerwehrleute nur noch besser, wenn sie satt sind. Molitor zeichnete die Firma Sauder GmbH Menü & Service als Partner der Freiwilligen Feuerwehr Bruchsal aus. Zu jeder Tages- und Nachtzeit stand diese für das Wiederauffüllen der Energiereserven zur Verfügung.
Feuerwehrkommandant Bernd Molitor schloss die Hauptversammlung mit den traditionellen Worten „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“.

Bericht: Tibor Czemmel

Bilder: [tcz]

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Städtische Ehrung 40 Jahre mit Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, Bürgermeister Andreas Glaser und Feuerwehrkommandant Bernd Molitor

bild 3
Städtische Ehrung 50 Jahre mit Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, Bürgermeister Andreas Glaser und Feuerwehrkommandant Bernd Molitor

bild 4
Städtische Ehrung 60 Jahre mit Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, Ortsvorsteherin Marika Kramer, Bürgermeister Andreas Glaser und Feuerwehrkommandant Bernd Molitor

bild 5
Landesehrungen mit Kreisbrandmeister Jürgen Bordt, Feuerwehrkommandant Bernd Molitor, Bürgermeister Andreas Glaser und Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick

bild 1
v.l.n.r Feuerwehrkommandant Bernd Molitor, Bürgermeister Andreas Glaser, Josef Rathgeb, Ullrich Koukola, Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick

bild 6
Ehemaliger Ordnungsamtsleiters Gondulf Schneider mit Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, Feuerwehrkommandant Bernd Molitor und Bürgermeister Andreas Glaser

bild 7  
Partner der Feuerwehr Manfred Sauder jun. und Manfred Sauder mit Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, Feuerwehrkommandant Bernd Molitor und Bürgermeister Andreas Glaser

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